Letzte Woche hast du über unsere erste Säule des Glücks erfahren: Selbstwahrnehmung. Diese Woche soll es um unsere zweite, gleichzeitig aber auch unsere am wenigsten attraktivste Säule des Glücks: Produktivität

Aber was haben denn bitte Produktivität und Glück gemeinsam?

Was hat Produktivität mit Glück zu tun?

Okay, seien wir einmal ehrlich, Produktivität ist jetzt nicht das erste was in den Sinn kommt, wenn wir an Glück denken. Warum also bewerten wir die gute alte Produktivität als wichtig genug, um sie in unsere 7 Säulen des Glücks mit aufzunehmen? Und bevor du loslegst… nein das liegt nicht daran, dass wir Deutsch sind!

Vor kurzem zeigte sich in einem Haufen von Studien, dass Glück dazu beiträgt Menschen produktiver zu machen. Bis zu 13% produktiver laut einer Studie der Oxford Universität. Aber können wir das Ganze auch umgekehrt annehmen? Führt also produktiv zu sein, gleichzeitig auch zu mehr Glück? Und wenn ja, schaffen wir es deine Produktivität zu verbessern und damit gleichzeitig auch dein alltägliches Level an Glück?

Ja und nochmal Ja. Lies also weiter, um zu erfahren, wie auch du das schaffst.

Produktivität ist ein wichtiger Treiber von Erfolg und Motivation

Der vielleicht offensichtlichste Punkt, in welchem Produktivität zu Glück führt, ist der, dass es sich gut anfühlt produktiv zu sein. Wer kennt ihn nicht…

den kleinen Freudenskick, den du durch das Abhaken einer bestimmten Sache deine ToDo Liste hast?

Aufgaben erledigen zu müssen, welche längst überfällig sind, kann ein schreckliches Gefühl sein. Um in Fahrt zu kommen, um diese Aufgaben endlich einmal anzufangen kann eine große Herausforderung darstellen. Sobald du jedoch einmal in den Machermodus gelangst, und damit anfängst die Dinge auch zu erledigen, gibt dir dies ein Gefühl der Stärke und des Erfolgs. Die Aktion an sich lässt uns im inneren gut fühlen.

Dieser Effekt tritt nicht nur auf, weil wir gewissenhaft sind und es lieben Dinge geregelt zu bekommen. Damit wir unsere anstehenden Aufgaben auch wirklich erledigen, hat sich die Natur dabei etwas raffiniertes ausgedacht. Um uns anzuspornen, wenn es etwas zu erledigen gibt, bedient sich unser Gehirn der Hilfe unseres eigenen inneren Drogenhändlers. Gutes Verhalten führt dazu, dass Wohlfühl-Neurochemikalien ausschüttet werden, um uns zu belohnen.

Jedes Mal, wenn unsere Gehirn einen Erfolg verspürt, ob im kleinen oder im großen Stil, wird der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet. Dieser ist eng mit Gefühlen von Freude, Motivation und Lernen verbunden. Er führt dazu, dass wir uns gut fühlen und verstärkt damit gleichzeitig unser Verlangen, diese erfolgsbringende Handlung wieder zu tun, um einen weiteren Kick zu bekommen.

(Im Wesentlichen geht es somit darum) Wir können es auf folgendes herunterbrechen: Wir werden nach einem Verhalten süchtig, welches wir benutzt haben, um die Belohnung zu erhalten.

Es sind die gleichen Mechanismen, die ablaufen, wenn wir uns nach einer Zigarette oder einem weiteren Spiel auf unserem Handy sehnen. Wenn wir das Ganze jedoch als eine „Sucht“ in Bezug auf Produktivität betrachten, eine Sucht, welche uns mehr Dinge schaffen lässt und wir lernen den Prozess zu genießen, dann ist das eine Sucht mit welcher wir vollkommen (mehr als) okay sind.

Produktivität bringt dir Sinn

Aber warte einen Moment. Gehe nicht gleich los, um dein Tagebuch vollzuschreiben. Bei diesen Produktivitätssachen gibt es ein großes „Aber“. Verwechsle Produktivität nicht mit Überlastung. Heutzutage gibt es kein Gespräch ohne eine ganze Menge angeben damit, wie „unglaublich beschäftigt” wir sind. Lauf dir die Hacken ab! Keine Zeit für nichts! Das ist nicht Produktivität. Das bedeutet, dass du zu viel zu tun hast. Was wir bei der Produktivität wollen, ist, viele Dinge zu tun, aber mit einem Sinn dahinter. Als Studien dazu gemacht wurden, was uns über die Jahre hinweg glücklich macht, tauchte eine Sache immer und immer wieder auf: Einen Sinn im Leben zu haben. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir einen Grund haben, warum wir morgens aufstehen, und noch besser, wenn dieser Grund mit den Grundwerten übereinstimmt, die uns wichtig sind, erreichen wir ein größeres Wohlbefinden. Es ist nicht wirklich wichtig, was wir tun, solange es uns das Gefühl gibt, dass wir etwas Sinnvolles tun. Wir fühlen uns gebraucht, nützlich und als Teil von etwas. Wenn wir produktiv sind, bewegen wir Dinge nach vorne.

Produktivität fördert das Wachstum

Wenn wir produktiv sind und viele Dinge mit einem Sinn dahinter erledigen, wachsen wir. Wir bewegen uns mit unseren Zielen vorwärts. Und neben dem Gefühl, mehr positive als negative Emotionen zu empfinden, ist dies der andere Faktor, an dem das Glück gemessen wird. Wenn wir mit dem Verlauf unseres Lebens zufrieden sind und wir bei unseren Zielen Fortschritte machen, bringt es uns messbares Glück, und Produktivität bewegt uns in diese Richtung.

Produktivität bedeutet mehr Zeit

Schließlich macht Produktivität es uns möglich, in weniger Zeit das zu erreichen, was wir erledigen müssen. Und das gibt uns mehr Zeit – die eine Sache, die selbst Milliardäre nicht kaufen können. Und was kannst du mit all dieser zusätzlichen Zeit tun? Was auch immer dich glücklich macht. Arbeite an deinem Hobby oder mach es zu einem Nebenerwerb, geh laufen, mach ein bisschen Yoga, mach früher Feierabend und spiele mit deinen Kindern, triff dich mit Freunden, mach Urlaub. Das sind alles Dinge, die glücklich machen.

Wie du produktiver wirst

An diesem Punkt hast du hoffentlich deine Vorstellungen zur Produktivität geändert und fragst dich, wie du mehr davon in deinem Leben haben kannst. Nun ja, wundere dich nicht länger. Hier sind unsere schnellen und einfachen Tipps, wie man produktiver wird.

Setze Prioritäten/Zeitmanagement

Zeitmanagement

Wir sind alle extrem beschäftigt. Wir alle haben jeden Tag viel mehr zu tun, als wir praktisch erledigen können. Zerbrich dir aber nicht den Kopf und mach dich nicht selbst fertig, weil du nicht alles erledigen kannst. Versuche stattdessen, deinen Tag auf Grundlage der verfügbaren Zeit zu planen, die du wirklich hast, und nicht auf Grundlage dessen, was du gerne erledigen würdest. Wir haben eine tolle, kostenlose Übung in der App, die sich “Plane deinen Tag rückwärts” nennt, die dich durch die erforderlichen Schritte führt.

Listen und Micro Tasks

Sobald du deine Liste mit Dinge hast, die in der verfügbaren Zeit machbar sind, breche all diese Aufgaben in viel kleinere Aufwandseinheiten auf (wir nennen sie „Micro Actions“) und hake sie dann jeweils ab, wenn du sie erledigt hast. Das macht nicht nur den Anfang jeder Arbeit weit aus weniger einschüchternd, sondern erhöht auch massiv die Dopamin-Ausschüttung, weil du bei jedem noch so kleinen Erfolg, den dein Gehirn wahrnimmt, gratis eine bekommst.

KEIN Multitasking

KEIN Multitasking

Wir alle denken, wir sind heutzutage Multitasking-Ninjas, und das Homeoffice macht die Dinge nur schlimmer. Hast du dich auch schon dabei ertappt, wie du einen Artikel liest, während du einen Podcast hörst, während du eine E-Mail schreibst, während du das Essen für deine Kinder kochst, während du auf Ebay shoppst? Aber rate mal, was die Forschung sagt? Mehr als eine Sache auf einmal zu machen, schadet unserer Produktivität stark. Laut einer Studie der Universität London sinkt unser IQ um zehn Punkte, wenn wir mehrere Sachen gleichzeitig machen. Das ist so, wie wenn man eine Nacht nicht schläft.

Pomodoro

Pomodoro-Technik

Entwickelt von Francesco Cirillo in den späten 80ern. Diese Produktivitätstechnik, die nach der Tomaten-förmigen Küchenuhr benannt ist, wurde designt, um unsere Arbeitszeit in kleine Konzentrationsabschnitte, gefolgt von kurzen Pausen zu unterteilen. In der traditionellen Version erledigt man 25 Minuten konzentrierte Arbeit, gefolgt von einer 3-5 minütigen Pause, mit einer längeren halbstündigen Pause nach jedem vierten Arbeitszyklus. Du kannst gerne die Zeiten an deinen Arbeitsbedarf anpassen, aber kurze erzwungene Pausen haben sich als sehr effektiv erwiesen, um deine Aufmerksamkeit zu steigern und damit mehr erledigen zu können.

Und schließlich und wahrscheinlich am wichtigsten: Konzentriere dich auf den Weg, nicht auf das Ziel. Wenn wir uns Ziele setzen und unsere Zufriedenheit davon abhängt, ob wir sie erreichen oder nicht, begrenzen wir unsere Kapazität für Zufriedenheit. Wie James Clear so schön in seinem Bestseller-Buch „Atomic Habits“ aufzeigt: Wenn du den Schaffensprozess genießt anstatt das Erledigten von Dingen, hast du dir selbst eine Zufriedenheits-generierende Maschine erschaffen:

„Wenn du dich in den Prozess verliebst anstatt in das Ergebnis, musst du nicht darauf warten, dir selbst die Erlaubnis zu geben, glücklich zu sein. Du kannst zufrieden sein, wann immer du aktiv bist.“

Weitere Übungen zum Thema Angst, Burnout oder Angst vor der Rückkehr ins Büro, findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen.