Eigentlich war das Leben für die Meisten von uns doch schon vor Corona eine große Herausforderung und diese Pandemie macht es uns nicht gerade einfacher. Isoliert auf engstem Raum zu leben – und auf so viele Dinge verzichten zu müssen, die wir davor zum Ausgleich oder auch als Ablenkung gemacht haben, macht es nicht besser. Es ist kein Wunder, dass die Arbeit von zu Hause, Home Schooling und Sorgen um die Gesundheit an unseren Nerven zehren und Burnout zu einem immer größeren Thema wird. 

Eine US Studie hat vor kurzem gezeigt, dass mehr als zwei Drittel der Befragten sich durch die Arbeit ausgebrannt fühlen. Eine weitere Umfrage von Deloitte bestätigt sogar, dass ganze 84% der Arbeitsgeneration das Gefühl haben, dass sie bei ihrem aktuellen Job unter einem Burnout leiden.

Aber was genau ist denn ein Burnout?

Burnout Zitat

Für den Begriff “Burnout” gibt es keine einheitliche Definition und obwohl die WHO “Burnout” erst kürzlich in ihre Klassifikation mit aufgenommen hat, gilt es offiziell nicht als Krankheit. Erstmals kam er in den 70ern auf und wurde vom Psychologen, Herbet Freudenberg als „das Schwinden von Kräften oder Erschöpfungen durch übermäßige Beanspruchung der eigenen Energie, Kräfte oder Ressourcen“ beschrieben.

Außerdem sagt er, dass es ein Zeichen der Überarbeitung und einem Gefühl von zu geringer Wertschätzung ist. Aber all das wird in unserer Gesellschaft immer noch als völlig normal angesehen und einfach akzeptiert.

Zu einem Burnout kommt es vor allem durch eine langfristig anhaltende Erschöpfung. Wenn wir keine Möglichkeit haben uns davon zu erholen, holt uns früher oder später das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Leere ein.

Was verursacht einen Burnout?

Ein wichtiger Faktor, der zum Burnout beiträgt, ist die völlige Ruhelosigkeit unserer heutigen Arbeit. Es gab einmal eine Ära, in der unsere Zeit bei der Arbeit sauber vom Rest unseres Lebens getrennt war. Wir waren entweder bei der Arbeit und somit verfügbar, oder nicht und deshalb in der Lage, uns auf die Freizeit zu konzentrieren. Und dann kam das Smartphone mit seinen digitalen ständigen Benachrichtigungen, mit seinen doppelt gehakten „Nachricht gelesen“ Anzeigen, mit seinen sofortigen Antworten, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Im Bett, am Strand, in der Badewanne, nirgends sind wir von der Erreichbarkeit sicher, und ohne die Möglichkeit, Arbeit und Freizeit zu trennen, unser Arbeits-Ich abzuschalten und einfach nur Mutter oder FreundIn oder Geliebte(r) oder Trinkpartnerzu sein, leidet unsere geistige Gesundheit. 

Aber unsere Schwierigkeit, Arbeit und Freizeit zu trennen, ist nur ein Teil der Geschichte. Die Arbeit selbst wird immer schneller und anstrengender. Fortschritt und Entwicklung, neue Formen der Kommunikation, neue Produktionsmodelle, Konsolidierung von Arbeitsabläufen, Kürzungen und Optimierungen, alles in unserem Arbeitsleben scheint sich in dieselbe Richtung zu bewegen.  Von uns wird erwartet, dass wir jedes Jahr mehr und mehr liefern, in weniger Zeit und mit weniger Ressourcen. Und jeder weiß, dass man nicht alles in alle Richtungen ausreizen kann, ohne dass etwas kaputt geht. 

In ihrem Buch über Burnout sagen Dr. Michael P. Leitner und Dr. Christina Maslach, dass Burnout durch diese sechs Faktoren gefördert wird:

Wertekonflikt

Die Arbeit stimmt nicht mit den eigenen Grundwerten überein.

Mangel an Kontrolle

Wir müssen das Gefühl haben, dass wir eigenständig Entscheidungen treffen können und dass unsere Arbeit Einfluss hat. Autonomie ist wichtig für ein gesundes Arbeitsleben.

Niedrige Bezahlung

Das Gefühl, unterbewertet und als selbstverständlich angesehen zu werden, kann schnell zu Teilnahmslosigkeit und Enttäuschung bei unserer Arbeit führen.

Arbeitsbelastung

Zu viel Arbeit, unrealistische Termine, Arbeit, die zu schwierig ist. 

Ungerechtigkeiten

Dies ist einer der größten Einflussfaktoren. Wir sind bereit, hart zu arbeiten, solange wir das Gefühl haben, dass es ein fairer Kampf ist, aber wenn sich die Waage gegen uns neigt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir das Handtuch werfen. 

Fehlende Zusammengehörigkeit der Gemeinschaft

Wir sind soziale Wesen.Wir sind soziale Tiere. Wir müssen das Gefühl haben, dass die Menschen um uns herum hinter uns stehen, oder zumindest, dass sie sich nicht aktiv gegen uns verschwören. Ein Team ohne Zusammenhalt und Vertrauen schwächt unsere Kräfte und macht uns verwundbar.

Welche Symptome gibt es bei einem Burnout?

Anhaltende Erschöpfung

Burnout Erschöpfung Ursachen

Du kommst morgens nicht aus dem Bett und bist dauerhaft müde.

Ablehnung und Sinnverlust

Ablehnung Burnout Sinnverlust

Die Arbeit scheint für dich nicht mehr sinnstiftend zu sein, du entfernst dich von deinen Kollegen und fühlst dich alleine. Du hast keine Kraft und keine Motivation mehr deine Arbeit zu erledigen und empfindest Gleichgültigkeit.

Geringe Leistungsfähigkeit

Low Performance burnout

Mit so wenig Energie, kannst du einfach nicht die Leistung erbringen, die du von dir kennst. Du weißt, du könntest es eigentlich besser – und darunter leidet deine Arbeit.

Wenn nun alle diese Punkte auf dich zutreffen, solltest du dir bitte direkt professionelle Hilfe suchen. Häufig sind es jedoch auch Vorstufen von einem Burnout und du kannst genau jetzt damit anfangen dagegen zu steuern.

Was soll ich nun tun?

Wir alle fühlen uns manchmal erschöpft und etwas niedergeschlagen, besonders in Zeiten hoher Belastung und Unsicherheit wie diesen. Aber wenn du nach dem Lesen hier das Gefühl haben solltest, du steckst schon mittendrin, schleppst dich jeden Tag aus dem Bett und deine Arbeit leidet darunter – dann bist du vielleicht tatsächlich auf dem Weg zum Burnout. Es ist wichtig für dich zu wissen, dass du damit nicht allein bist! Suche dir professionelle Hilfe und erhalte zusätzlich Support durch unsere Übungen. Schau gerne auch bei unserer Community vorbei und tausche dich mit den anderen Mitgliedern aus.

In unserer Mindshine App findest du mehr als 200 Übungen, die dich auf deinem Weg unterstützen. Nächste Woche berichten wir, wie du die Faktoren, die Burnout begünstigen möglichst gut vermeiden kannst – also schau wieder rein.

Weitere Übungen zum Thema Burnout findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen.