Von Sophia Thora, psychologische Beraterin und Yogalehrerin

Wir haben alle schon einmal davon gehört und irgendwie wissen wir auch, dass sie etwas damit zu tun haben, wenn wir uns selbst im Weg stehen oder unser Leben nicht ganz so läuft wie wir es uns wünschen: Glaubenssätze. Aber wie genau funktioniert das eigentlich mit diesen Glaubenssätzen und wie können wir sie aufdecken? Diesen Fragen wollen wir hier auf den Grund gehen.

Was sind Glaubenssätze?

Belief systems help us orientate ourselves in our environment and to navigate through life

Glaubenssätze sind meist unterbewusste Regeln und Strategien, die wir von anderen übernommen oder durch Erfahrung gelernt haben – meistens in unserer Kindheit und Jugend. Vereinfacht könnte man sagen, Glaubenssätze sind Wenn-Dann-Strategien, die uns dabei helfen, uns in unserer Umwelt zu Orientieren und erfolgreich zu navigieren. Glaubenssätze können positiv sein („ich werde geliebt“) oder negativ („ich bin nicht gut genug“). 

Wenn wir davon sprechen, dass wir unsere Glaubenssätze loswerden wollen, meinen wir natürlich die negativen oder auch limitierenden Glaubenssätze. Limitierende Glaubenssätze sind in erster Linie Regeln und Strategien, die wir uns angeeignet haben, um uns zu schützen und Stresssituationen zu meistern.

Zum Beispiel: Als Kind habe ich die Strategie entwickelt stets brav zu sein, damit meine Eltern und andere wichtige Bezugspersonen nicht immer so schimpfen. 

Im Hier und Jetzt hat diese Strategie aber ihre Funktion verloren und kann mich sogar daran hindern, in meine Kraft zu kommen. Als Erwachsene habe ich die Fähigkeit und die Autorität, meine Bedürfnisse und Wünsche klar zu kommunizieren. Konfliktsituationen mit „brav sein“ zu lösen ist in diesem Fall keine akkurate zielführende Strategie mehr, sondern eher eine Strategie die mich in meiner Entfaltung „limitiert“. 

Eine der wichtigsten Dinge, die wir über Glaubenssätze verstehen sollten ist, dass Glaubenssätze in ihrem Ursprung immer dazu da sind, um uns zu schützen – egal ob positiv oder limitieren. Der Grund warum uns Glaubenssätze limitieren ist nicht der, dass uns irgendwer etwas böses will, sondern der, dass wir unterbewusst eine falsche Strategie anwenden, die nicht zielführend ist. Es geht also nicht darum, dass ich etwas falsch mache oder sogar ein Teil von mir „falsch“ ist, ganz im Gegenteil. Alles an mir ist richtig. Ich verwende nur manchmal die falschen Strategien.

Wenn ich doch nur meine Strategie ändern muss, warum ist es dann so schwer, meine limitierenden Glaubenssätze loszuwerden? Der Haken steckt, wie so häufig, im Detail. Glaubenssätze sind nämlich nicht nur unterbewusst, sondern haben sich auch noch durch unzählige Situationen auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen gefestigt. Natürlich ist es aber durchaus möglich sie aufzulösen. Mit den richtigen Strategien und kontinuierlicher innerer Arbeit.

Wie Glaubenssätze wirken

Um noch genauer verstehen zu können wie unsere Glaubenssätze wirken und wie wir sie auflösen können, wollen wir uns die verschiedenen Ebenen ansehen, auf denen Glaubenssätze wirken.

  1. Unser Unterbewusstsein: Hier sind unsere Glaubenssätze als Strategien gespeichert. Werden sie durch eine Situation in unserer Umwelt getriggert, setzen sie sich in Gang. Zum Beispiel: Der Glaubenssatz „Ich muss brav sein“
  2. Emotion: Aktivierte Glaubenssätze in unserem Unterbewusstsein lösen eine bestimmte Emotion in uns aus. Zum Beispiel: Angst vor Ablehnung (Schimpfen).
  3. DenkenUnsere Emotionen beeinflussen unser Denken. Zum Beispiel: „Ich muss mich vor Ablehnung schützen also muss ich brav sein“.
  4. Situation & Verhalten: Unser Denken beeinflusst unser Verhalten und unsere Handlungen. Zum Beispiel: Brav sein, indem ich „ja“ sage um es dem anderen Recht zu machen obwohl ich „nein“ sagen möchte. Obwohl wir theoretisch bereits ab der zweiten Ebene bewusst wahrnehmen könnten, was mit uns geschieht, tun wir das häufig nicht. Wenn der Glaubenssatz sehr tief verankert ist, kann es sogar sein, dass wir nicht einmal wahrnehmen, dass wir eigentlich „nein“ sagen wollten. Das was wir wahrnehmen ist lediglich, dass wir nicht glücklich sind oder dass es uns nicht gut geht, ohne zu wissen warum.

Die gute Nachricht ist: Wir alle können unsere negativen Glaubenssätze auflösen. Wie das am besten klappt verraten wir dir in unserem nächsten Artikel! 

Über die Autorin

Sophia Thora, Psychologische Beraterin und Yogalehrerin

Sophia Thora

Ich komme aus dem wunderschönen München und liebe es stundenlang auf meiner Matte herumzuturnen oder singend durch meine Wohnung zu tanzen genauso sehr, wie mich abends auf die Couch zu kuscheln oder einfach nur dazusitzen und in die Natur zu schauen. Als Kind brannte mein Herz für Tanzen und Singen. Dabei hatte ich immer dieses schöne Gefühl, das sich einstellt, wenn sich Körper und Geist in Einklang befinden. Als junge Erwachsene fing ich an mich zu fragen, was ich und die Menschen im Allgemeinen brauchen, damit wir uns gesund und glücklich fühlen. Ich kannte den Zustand des „Einsseins“ und „Glücklichseins“ aus meiner Kindheit, also beschloss ich, mich auf die Suche danach zu machen. Diese Suche führte zu seinem Psychologie Studium und diversen Fortbildungen im Bereich Stressmanagement und Neuro Linguistisches Programmieren. Danach ging ich nach Indien um eine Ausbildung als Yogalehrerin zu machen, was der Anfang einer langen Reise hin zum Yoga und zu meiner Tätigkeit als Yogalehrerin, Mental Coach und Gründerin von Kale&Cake war. Meine Leidenschaft ist es, nach Wegen zu einem glücklichen, ausgeglichenen, gesunden Leben zu suchen und das, was mich begeistert an andere weiterzugeben. Auf diesem Weg erkunde ich ständig neue Ansätze und bilde mich weiter, denn ich bin der Überzeugung, dass der beste Lehrer der ist, der niemals aufhört ein Schüler zu sein. Ich freue mich über jeden Einzelnen, mit dem ich meine Erfahrungen teilen kann und den ich dabei unterstützen darf, in seine Balance zu kommen und sein Glück zu finden.


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