How to get happier

Einfach glücklich – Die sieben Säulen des Glücks

Eine der größten Fragen im Leben ist: Was ist Glück überhaupt? Und wie werden wir glücklicher? Unsere Mindshine App hilft dir dabei deinen Weg zum Glück zu finden und natürlich haben wir uns bereits ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Im Folgenden verraten wir dir mehr dazu.

Für Glück oder Glücklichsein gibt es keine einheitliche Definition. Wir sind alle individuell und haben unterschiedliche Vorstellungen von „Glück“. Was man jedoch sagen kann, ist das Glück eine Kombination aus dem Erleben von positiven „Glücksgefühlen“ und der Zufriedenheit mit deinem Leben ist.

Wie glücklich du dich fühlst kannst allein nur du wissen. Es hat auch damit zu tun, wie du über deine Umstände denkst und wie du auf deine Umgebung reagierst. Wer du bist und wie deine Lebensumstände sind spielen dabei überhaupt keine Rolle. Wir geben dir die besten Methoden an die Hand, mit denen du Tag für Tag ein Stückchen glücklicher wirst. Wir haben für uns die sogenannten sieben Säulen des Glücks zeigen dir wie du das Glücklichsein erlernen kannst. Du bist interessiert? Dann lies weiter.

Was bedeutet Glück?

Betrachten wir den Begriff Glück einmal genauer. 

Im Deutschen verwenden wir “Glück” immer noch für “glücklich sein ” und “Glück haben”. Tatsächlich stammt das Wort Glück auch von “Luck” und es hat sich durch Studien gezeigt, dass sie tatsächlich zusammenhängen. Ein Teil des Glücks wird über die DNA der Eltern bestimmt. Manche Menschen haben einfach die genetische Veranlagung, den Tag mit einem Lächeln und Leichtigkeit zu bewältigen, während andere aufgrund ihrer Gene häufiger unglücklicher in ihrem leben sind. Daran kannst du nichts ändern.

Aber das ist bei Weitem nicht alles. Falls du bereits versucht hast im Internet mehr über Glück herauszufinden, bist du vielleicht schon auf das schöne Tortendiagramm gestoßen, das ursprünglich aus der Arbeit der Forscher Sonja Lyubomirsky, Kennon M. Sheldon und David Schkade aus dem Jahr 2005 stammt. Satte 50% sind demnach auf die Gene zurückzuführen, für die man nun mal nichts kann. 40% des Glücks sind von den täglichen, bewussten Handlungen und Gedanken abhängig, die sich wie eine Art Routine in das Leben integrieren.

Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass so etwas Vereinfachtes wie ein Tortendiagramm mit Prozenten für etwas so Komplexes wie Glück eine heftige Diskussion unter Wissenschaftlern ausgelöst hat, und das zu Recht. Abgesehen von der Tatsache, dass die Daten so gut wie ausschließlich von weißen Menschen aus der Mittelschicht stammen, wird weder deren Unterschiede ihrer Lebensumstände noch ihrer individuellen Denkweise und Gene beachtet. Woraus sich Glück tatsächlich zusammensetzt ist bis heute nicht genau geklärt. Deine Lebensumstände haben zweifellos einen großen Einfluss darauf, wie glücklich du dich fühlst.

Aber deine Gedanken spielen hier eine noch viel größere Rolle. Reiche Menschen SIND glücklicher, jedoch nicht so sehr, wie du vielleicht bisher angenommen hast.

Hedonistische Tretmühle

hedonistische tretmühle

Die Tatsache, dass „materielle Dinge“ dich dauerhaft nicht glücklich machen können, wird als hedonistischen Tretmühle bezeichnet. Du bist ein Meister darin dich schnell an alles zu gewöhnen. Ein neues iPhone zum Beispiel ist ja schön und gut, aber in ein paar Monaten wird wieder ein anderes herauskommen, und du wirst schnell von deinem Alten gelangweilt sein. Dein neuer Job von dem du bisher noch so geschwärmt hast, wird für dich bald auch nichts weiter als Arbeit sein. Dein neues Auto ist zukünftig nur noch „das Auto“. Längerfristig wirst du so also nie glücklich. Was tatsächlich den Unterschied zwischen deinem täglichen Glücksgefühl ausmacht, wird viel mehr durch deine Reaktionen auf die Welt um dich herum beeinflusst als von materiellen Produkten.

Glück bedeutet, den Weg zum Ziel zu genießen

Um dein Glück zu finden ist es wichtig, dass du deinen Blick auch mal von deinem Ziel abwendest, um den Weg, auf dem du tagtäglich neue Erfahrungen sammelst, bewusst wahrzunehmen. Du kannst dein Glück sogar sichtbar machen, indem du zwei wesentliche Dinge beachtest.

Positive Emotionen

Nimm die schönen Emotionen (also Freude, Aufregung, Stolz usw.) häufiger und bewusster wahr als die unangenehmen Emotionen (wie z.B. Wut, Eifersucht, Schmerz).

Lebenszufriedenheit

Hast du das Gefühl, auf dem Weg in Richtung deiner Lebensziele, die du dir gesetzt hast, gut voranzukommen? Bist du zufrieden damit, so wie alles läuft?

Die sieben Säulen des Glücks

Säulen des Glücks

Du kannst also dein Glück beeinflussen, indem du die Art und Weise, wie du deine Umwelt betrachtest und auf sie reagierst, veränderst. Stellt sich nun die Frage welche Fähigkeiten du dafür benötigst. Wir haben in unsere Mindshine App folgende sieben Fähigkeiten integriert, die wir im Streben nach Glück für unverzichtbar halten.

1. Selbsterkenntnis

Du kannst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wir sind alle verschieden, und die Vorstellungen davon, wodurch Glück erzeugt wird, variiert von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur enorm. Die grundlegendste Fähigkeit, um dein Glück zu steigern ist Selbsterkenntnis. Denk immer daran: nur DU allein weißt, ob du glücklich bist. Und wenn du noch nicht weißt wer du bist oder wer du sein möchtest, was du fühlst oder ob du bereits Fortschritte in deinem Leben gemacht hast wird es dir schwer fallen herauszufinden, was du ändern solltest.

2. Produktivität

Die Erkenntnis, wer du sein willst und wie du dich entwickeln möchtest, kommt nicht einfach von allein. Du wirst viel an dir arbeiten müssen, um das herauszufinden und wir geben dir hierfür mit unserer Mindshine App die richtigen Werkzeuge an die Hand. Du wirst sehen, das Ganze wird sich in Form von Motivation und Glück auszahlen!

3. Resilienz

Nicht alles wird dir auf Anhieb gelingen. Mit Rückschlägen und Stress solltest du lernen umgehen zu können. Wenn du auf deinem Weg mal hinfällst ist es ungünstig auf der Stelle liegen zu bleiben, so kommst du deinem Glück nicht näher. Du musst lernen wieder aufzustehen.

4. Achtsamkeit

Es wäre doch schade, wenn du dich erst am Ende deiner Reise als glücklich schätzt. Lerne, den Moment zu genießen und verpasse all die schönen Momente nicht auf deinem Weg, nur weil du so sehr auf die Zukunft fokussiert bist. Nur so kannst du auch glücklich im HIER und JETZT sein.

5. Positivität

Der Autor deiner eigenen Lebensgeschichte bist DU, also mach eine Gute draus! 

6. Selbstvertrauen

Du bist es wert mit Liebe und Mitgefühl behandelt zu werden und dich selbst ebenso zu behandeln. Niemand ist zu “doof” für etwas und auch du kannst alles schaffen, also bring deinen inneren Kritiker endlich zum schweigen und lerne in dich selbst zu vertrauen!

7. Beziehungen

Wir sind soziale Wesen. Dein Glück hängt enorm davon ab, wie sehr du mit dir selbst und mit den Menschen um dich herum verbunden bist. Tiefergehende Beziehungen sind essentiell für ein glücklicheres Leben.

Glück will geübt sein

Du brauchst kein Glück um glücklich zu sein, nur etwas Übung.

Uns ist bewusst, dass der Weg zum Glück kein einfacher ist und darüber solltest auch du dir im Klaren sein. Auf deinem Weg zum wahren Glück gibt es keine Abkürzungen. Das ist anstrengend, genau wie z.B. Geld zu sparen oder Gitarrespielen zu lernen. Du wirst wahrscheinlich erstmal kaum Unterschiede bemerken, aber vergiss nie, auch kleine Schritte bringen dich deinem Ziel näher. Also warte nicht länger, sondern beginne noch heute an deiner Entwicklung zu arbeiten.


Weitere Übungen zum Thema Happiness findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen.


Verändere deine negativen Glaubenssätze für mehr Glück und Erfüllung

In unserem letzten Artikel hast du gelernt, was Glaubenssätze sind und welche Auswirkungen diese auf dein Leben haben können. Es ist durchaus möglich sie noch aufzulösen indem wir uns die richtigen Fragen stellen und unser Verhalten hinterfragen. Wir erklären dir jetzt, wie auch du das schaffen kannst.

  1. Finde den Ursprung kognitiver und emotionaler Dissonanzen: Frage dich wo in meinem Leben du Leidensdruck empfindest. Was würdest du gerne ändern? Wo wünschst du dir anders zu sein dich anders zu verhalten? Wo wünschst du dir ein anderes Gefühl? Und was hält dich davon ab die entsprechenden Schritte zu gehen?
  2. Situationen Analysieren: Frage dich in unangenehmen Situationen nicht, welche andere Person schuld ist, sondern suche nach deinem Anteil daran. Vor allem wenn du ähnliche Situationen mit unterschiedlichen Menschen erlebst, könnte das ein Hinweis auf einen Glaubenssatz sein.
  3. Die Erlaubnis in deinem Umfeld abfragen: Frage dich, ob es einen inneren Glauben oder Menschen in deinem Umfeld gibt, von denen du die Erlaubnis brauchst, um dein Glauben, Verhalten und Fühlen so zu ändern, wie du es dir wünschst. Dieser Schritt ist wichtig, da nicht alle Glaubenssätze „gelernt“ sind. Manche Glaubenssätze haben wir einfach übernommen, ohne jemals in einer bedrohlichen Situation gewesen zu sein. Manche Glaubenssätze sind auch auf Grund von Loyalität zu anderen entstanden und können nur mir deren „Erlaubnis“ aufgelöst werden.

Wie löse ich meine negativen Glaubenssätze auf?

Wenn du deine limitierenden Glaubenssätze enttarnt hast, dann geht es daran, diese aufzulösen. Hier stelle ich dir drei Möglichkeiten vor, die besonders kraftvoll wirken, wenn du sie alle drei hintereinander anwendest.

Strategie

1. Eine neue Strategie entwickeln

Glaubenssätze sind Strategien, die ihre positive Funktion verloren haben. Um ihn aufzulösen, können wir ihn durch eine neue Strategie mit einer positiven Funktion ersetzen. Damit dies auch wirklich funktioniert, müssen wir die Strategie auf allen vier Ebenen unseres Glaubenssatzes „einpflanzen“.

  • In unser Unterbewusstsein: Überlege dir mit welchem neuen Glaubenssatz du deinen alten Glaubenssatz auflösen möchtest. Beispiel: „Ich muss mich anpassen“ könnte zu „Ich darf sein, wie ich bin“ werden.
  • In unsere Emotionen: Spüre nach, was dein neuer Glaubenssatz für ein Gefühl in dir hervorruft. Beispiel: Anstatt die Emotion „Angst vor Ablehnung“ zu haben, wie bei deinem alten Glaubenssatz, wird dir dein neuer Glaubenssatz das Gefühl von Liebe und Vertrauen in dich selbst geben.
  • In unser Denken: Wie wird das neue Gefühl von Liebe und Vertrauen in dich selbst dein Denken verändern? Beispiel: Anstatt dich in Gedanken klein zu machen und dich ändern zu wollen, wird dein Denken liebevoll sein und dir Mut machen, so zu sein wie du bist.
  • In unser Verhalten und die daraus entstehenden Situationen: Wie wird sich dein Verhalten dadurch verändern? Beispiel: Das nächste Mal, wenn du „nein“ sagen möchtest, wirst du „nein“ sagen und so keine Situationen mehr erleben in denen du dich verbiegen oder klein machen musst.

Lass los und sei dankbar

2. Bedanken & Loslassen

Wie wir bereits festgestellt haben, sind auch unsere Glaubenssätze immer etwas positiv „gemeintes“ auch wenn sie uns limitieren. Um sie loszulassen ist es wichtig, dass wir das anerkennen und uns bei unserem Glaubenssatz dafür bedanken, dass er uns beschützt hat.

  • Fühlen und Bedanken: Rufe dir deinen Glaubenssatz und das mit ihm einhergehende Gefühl in dein Bewusstsein und bedanke dich bei ihm dafür, dass er dich begleitet und beschützt hat.
  • Verabschieden: Erkläre deinem Glaubenssatz nun, dass du ihn nicht mehr brauchst, denn du hast jetzt andere, effektivere Strategien um dich zu schützen. Du bist Erwachsen, kannst für dich einstehen und benötigst ihn nicht mehr. Bitte deinen Glaubenssatz zu gehen.
  • Loslassen: Spüre und stelle dir vor, wie dein Glaubenssatz dein „System“ verlässt. Um den Effekt des Loslassen zu verstärken kannst du verschiedene Rituale vollziehen:
    • Deinen Glaubenssatz auf einen Zettel schreiben und verbrennen
    • Deinen Glaubenssatz auf Klopapier schreiben und herunterspülen 
    • Während du deinen Glaubenssatz loslässt mit weißem Salbei räuchern

Erleben Sie jetzt die Zukunft

3. Die Zukunft ins „Jetzt“ holen

Unsere Realität wird von unserem Inneren (glauben, fühlen, denken) erschaffen. Um unsere Realität zu ändern, müssen wir also unser Inneres ändern. Konkret bedeutet das, um unser Fühlen und Denken in der Zukunft zu ändern, müssen wir es auch im Hier und Jetzt ändern. 

Nachdem du nun ganz genau weißt, wie du mit deinem neuen Glaubenssatz fühlen, denken und handeln wirst kannst du dir genau dieses Erleben ins Hier und jetzt holen. Zum Beispiel mit einer Meditation in der du dir ganz genau vorstellst, wie verschiedene Situationen mit deinem neuen Glaubenssatz ablaufen werden. Was wirst du fühlen, denken und tun? Erlebe deine Zukunft in allen ihren Facetten, als wäre sie bereits deine Realität im Hier und Jetzt.

Limitierende Glaubenssätze aufzulösen ist keine Arbeit die wir „mal schnell nebenbei“ erledigen können. Sie ist viel mehr ein ständiger Prozess des Reflektierens und Transformierens. Genau darin liegt auch die Schönheit dieser Arbeit. Mit jedem Schritt lernen wir uns selbst ein wenig mehr kennen. Wir lernen uns mehr zu lieben, zu respektieren und unser Leben so zu gestalten, dass es zu uns passt, anstatt uns an unser Leben anzupassen und uns zu verbiegen. Für diese Arbeit werden wir belohnt mit einer guten und tiefen Beziehung zu uns selbst, die vielleicht sogar unsere wichtigste ist – immerhin werden wir den Rest unseres Lebens mit uns selbst verbringen. Wie schön, wenn dir das in Einklang und Liebe tun.

Über die Autorin

Sophia Thora, Psychologische Beraterin und Yogalehrerin

Sophia Thora

Ich komme aus dem wunderschönen München und liebe es stundenlang auf meiner Matte herumzuturnen oder singend durch meine Wohnung zu tanzen genauso sehr, wie mich abends auf die Couch zu kuscheln oder einfach nur dazusitzen und in die Natur zu schauen. Als Kind brannte mein Herz für Tanzen und Singen. Dabei hatte ich immer dieses schöne Gefühl, das sich einstellt, wenn sich Körper und Geist in Einklang befinden. Als junge Erwachsene fing ich an mich zu fragen, was ich und die Menschen im Allgemeinen brauchen, damit wir uns gesund und glücklich fühlen. Ich kannte den Zustand des „Einsseins“ und „Glücklichseins“ aus meiner Kindheit, also beschloss ich, mich auf die Suche danach zu machen. Diese Suche führte zu seinem Psychologie Studium und diversen Fortbildungen im Bereich Stressmanagement und Neuro Linguistisches Programmieren. Danach ging ich nach Indien um eine Ausbildung als Yogalehrerin zu machen, was der Anfang einer langen Reise hin zum Yoga und zu meiner Tätigkeit als Yogalehrerin, Mental Coach und Gründerin von Kale&Cake war. Meine Leidenschaft ist es, nach Wegen zu einem glücklichen, ausgeglichenen, gesunden Leben zu suchen und das, was mich begeistert an andere weiterzugeben. Auf diesem Weg erkunde ich ständig neue Ansätze und bilde mich weiter, denn ich bin der Überzeugung, dass der beste Lehrer der ist, der niemals aufhört ein Schüler zu sein. Ich freue mich über jeden Einzelnen, mit dem ich meine Erfahrungen teilen kann und den ich dabei unterstützen darf, in seine Balance zu kommen und sein Glück zu finden.


Weitere Übungen zum Thema Glaubenssätze findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen.


What are belief systems

Glaubenssätze sind dein Schlüssel für ein erfüllteres und glücklicheres Leben

Von Sophia Thora, psychologische Beraterin und Yogalehrerin

Wir haben alle schon einmal davon gehört und irgendwie wissen wir auch, dass sie etwas damit zu tun haben, wenn wir uns selbst im Weg stehen oder unser Leben nicht ganz so läuft wie wir es uns wünschen: Glaubenssätze. Aber wie genau funktioniert das eigentlich mit diesen Glaubenssätzen und wie können wir sie aufdecken? Diesen Fragen wollen wir hier auf den Grund gehen.

Was sind Glaubenssätze?

Belief systems help us orientate ourselves in our environment and to navigate through life

Glaubenssätze sind meist unterbewusste Regeln und Strategien, die wir von anderen übernommen oder durch Erfahrung gelernt haben – meistens in unserer Kindheit und Jugend. Vereinfacht könnte man sagen, Glaubenssätze sind Wenn-Dann-Strategien, die uns dabei helfen, uns in unserer Umwelt zu Orientieren und erfolgreich zu navigieren. Glaubenssätze können positiv sein („ich werde geliebt“) oder negativ („ich bin nicht gut genug“). 

Wenn wir davon sprechen, dass wir unsere Glaubenssätze loswerden wollen, meinen wir natürlich die negativen oder auch limitierenden Glaubenssätze. Limitierende Glaubenssätze sind in erster Linie Regeln und Strategien, die wir uns angeeignet haben, um uns zu schützen und Stresssituationen zu meistern.

Zum Beispiel: Als Kind habe ich die Strategie entwickelt stets brav zu sein, damit meine Eltern und andere wichtige Bezugspersonen nicht immer so schimpfen. 

Im Hier und Jetzt hat diese Strategie aber ihre Funktion verloren und kann mich sogar daran hindern, in meine Kraft zu kommen. Als Erwachsene habe ich die Fähigkeit und die Autorität, meine Bedürfnisse und Wünsche klar zu kommunizieren. Konfliktsituationen mit „brav sein“ zu lösen ist in diesem Fall keine akkurate zielführende Strategie mehr, sondern eher eine Strategie die mich in meiner Entfaltung „limitiert“. 

Eine der wichtigsten Dinge, die wir über Glaubenssätze verstehen sollten ist, dass Glaubenssätze in ihrem Ursprung immer dazu da sind, um uns zu schützen – egal ob positiv oder limitieren. Der Grund warum uns Glaubenssätze limitieren ist nicht der, dass uns irgendwer etwas böses will, sondern der, dass wir unterbewusst eine falsche Strategie anwenden, die nicht zielführend ist. Es geht also nicht darum, dass ich etwas falsch mache oder sogar ein Teil von mir „falsch“ ist, ganz im Gegenteil. Alles an mir ist richtig. Ich verwende nur manchmal die falschen Strategien.

Wenn ich doch nur meine Strategie ändern muss, warum ist es dann so schwer, meine limitierenden Glaubenssätze loszuwerden? Der Haken steckt, wie so häufig, im Detail. Glaubenssätze sind nämlich nicht nur unterbewusst, sondern haben sich auch noch durch unzählige Situationen auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen gefestigt. Natürlich ist es aber durchaus möglich sie aufzulösen. Mit den richtigen Strategien und kontinuierlicher innerer Arbeit.

Wie Glaubenssätze wirken

Um noch genauer verstehen zu können wie unsere Glaubenssätze wirken und wie wir sie auflösen können, wollen wir uns die verschiedenen Ebenen ansehen, auf denen Glaubenssätze wirken.

  1. Unser Unterbewusstsein: Hier sind unsere Glaubenssätze als Strategien gespeichert. Werden sie durch eine Situation in unserer Umwelt getriggert, setzen sie sich in Gang. Zum Beispiel: Der Glaubenssatz „Ich muss brav sein“
  2. Emotion: Aktivierte Glaubenssätze in unserem Unterbewusstsein lösen eine bestimmte Emotion in uns aus. Zum Beispiel: Angst vor Ablehnung (Schimpfen).
  3. DenkenUnsere Emotionen beeinflussen unser Denken. Zum Beispiel: „Ich muss mich vor Ablehnung schützen also muss ich brav sein“.
  4. Situation & Verhalten: Unser Denken beeinflusst unser Verhalten und unsere Handlungen. Zum Beispiel: Brav sein, indem ich „ja“ sage um es dem anderen Recht zu machen obwohl ich „nein“ sagen möchte. Obwohl wir theoretisch bereits ab der zweiten Ebene bewusst wahrnehmen könnten, was mit uns geschieht, tun wir das häufig nicht. Wenn der Glaubenssatz sehr tief verankert ist, kann es sogar sein, dass wir nicht einmal wahrnehmen, dass wir eigentlich „nein“ sagen wollten. Das was wir wahrnehmen ist lediglich, dass wir nicht glücklich sind oder dass es uns nicht gut geht, ohne zu wissen warum.

Die gute Nachricht ist: Wir alle können unsere negativen Glaubenssätze auflösen. Wie das am besten klappt verraten wir dir in unserem nächsten Artikel! 

Über die Autorin

Sophia Thora, Psychologische Beraterin und Yogalehrerin

Sophia Thora

Ich komme aus dem wunderschönen München und liebe es stundenlang auf meiner Matte herumzuturnen oder singend durch meine Wohnung zu tanzen genauso sehr, wie mich abends auf die Couch zu kuscheln oder einfach nur dazusitzen und in die Natur zu schauen. Als Kind brannte mein Herz für Tanzen und Singen. Dabei hatte ich immer dieses schöne Gefühl, das sich einstellt, wenn sich Körper und Geist in Einklang befinden. Als junge Erwachsene fing ich an mich zu fragen, was ich und die Menschen im Allgemeinen brauchen, damit wir uns gesund und glücklich fühlen. Ich kannte den Zustand des „Einsseins“ und „Glücklichseins“ aus meiner Kindheit, also beschloss ich, mich auf die Suche danach zu machen. Diese Suche führte zu seinem Psychologie Studium und diversen Fortbildungen im Bereich Stressmanagement und Neuro Linguistisches Programmieren. Danach ging ich nach Indien um eine Ausbildung als Yogalehrerin zu machen, was der Anfang einer langen Reise hin zum Yoga und zu meiner Tätigkeit als Yogalehrerin, Mental Coach und Gründerin von Kale&Cake war. Meine Leidenschaft ist es, nach Wegen zu einem glücklichen, ausgeglichenen, gesunden Leben zu suchen und das, was mich begeistert an andere weiterzugeben. Auf diesem Weg erkunde ich ständig neue Ansätze und bilde mich weiter, denn ich bin der Überzeugung, dass der beste Lehrer der ist, der niemals aufhört ein Schüler zu sein. Ich freue mich über jeden Einzelnen, mit dem ich meine Erfahrungen teilen kann und den ich dabei unterstützen darf, in seine Balance zu kommen und sein Glück zu finden.


Weitere Übungen zum Thema Positive Psychologie oder Achtsamkeit findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen.


Routines

Profitiere von der Kraft der Routinen

Im letzten Jahr haben uns Sorgen über unsere Gesundheit, Lockdown und Homeschooling viel Energie gekostet. Die mentale Resilienz kam an ihre Belastungsgrenze und was mir rückblickend wohl am allermeisten geholfen hat, waren meine Routinen, die mich Tag für Tag durch das Jahr gebracht haben.

Was aus wissenschaftlicher Sicht hinter den Routinen steckt

Routinen sparen eine Menge mentaler Energie, indem sie Abläufe einfach automatisieren. Wenn wir Dinge erledigen ohne darüber nachdenken zu müssen, können wir diese mentale Energie für etwas anderes aufwenden. Routinen geben uns auch Stabilität und Planbarkeit, etwas, das in unserem Leben oft fehlt, besonders in Zeiten, die sich chaotisch, unkontrollierbar oder beängstigend anfühlen. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Routinen auch gut gegen Angst sind und unsere gedanken von Sorgen befreien, die schlecht für unsere Gesundheit sind. Und die Vorteile hören nicht bei den mentalen und physischen Aspekten auf. Routinen wirken sich nachweislich auch auf unser Gefühl der existenziellen Zufriedenheit aus. Das hat eine aktuelle Studie ergeben: Menschen, die zu Routinen neigen, schätzen ihr Leben als bedeutender ein (Heintzelman & King 2019)

„Ein Aspekt ist ein Gefühl von Kohärenz, von Struktur und Stabilität im täglichen Leben zu haben, das uns zu helfen scheint, der Welt um uns herum einen Sinn zu geben“, sagt Heintzelman. „Das hilft uns, auf die beste Art und Weise zu handeln, auf die angepassteste Art und Weise.“

Routinen sparen also Energie, beruhigen uns, helfen uns dabei, uns zu verbessern, und bringen unserem Leben Struktur und sogar Sinn. Also wie bekommen wir mehr von diesem Guten in unser Leben?

Du hast bereits Routinen – Baue darauf auf

morning brushing teeth

Ob wir es erkennen oder nicht, wir alle haben schon Routinen. Es sind unreflektierte Verhaltensweisen, die wir jeden Tag nacheinander ausführen. Oft sehen sie so aus:

  • Licht an
  • Pinkeln
  • Zähne putzen
  • Gesicht waschen
  • Sich selbst im Spiegel anschauen

ODER

  • Kaffeemaschine einschalten
  • Die Katze füttern
  • Glas Wasser
  • Kaffee einschenken
  • Kaffee trinken

Wir denken nicht wirklich darüber nach, denn es gibt eigentlich nichts, worüber wir nachdenken müssten… und das ist der Punkt. Wir erledigen Dinge, ohne dass wir uns dafür anstrengen müssen. Darin liegt eine große Chance. Wir können es nutzen, um unsere persönliche Entwicklung voranzutreiben. Wenn wir das nehmen, was wir bereits tun, und ein paar zusätzliche nützliche Schritte hinzufügen, können wir Einfluss darauf haben, wie wir uns Tag für Tag fühlen. 

Das einfache Einfügen von ein paar Affirmationen beim Waschen des Gesichts oder ein paar Dankbarkeitsübungen, während der Kaffee aus der Maschine tropft, verwandeln unsere täglichen Handlungen in Happiness Routinen. Und da Happiness Übungssache ist, bringt uns jedes kleine bisschen Arbeit in die richtige Richtung weiter.

„Wir sind, was wir immer wieder tun“

Es ist ein Satz, der oft fälschlicherweise Aristoteles zugeschrieben wird, aber es ist eine Tatsache, die Menschen, die sich für persönliche Entwicklung interessieren, schon seit Jahrtausenden wissen. Wiederholung ist der Schlüssel zum Wachstum. Shakespeare hat sich nicht einfach hingesetzt und ein Stück geschrieben, Picasso hat jeden Tag gemalt, Eric Clapton hat wahrscheinlich seine Teenagerjahre klimpernd in seinem Schlafzimmer verbracht. Was du auch immer erreichen willst, es immer und immer wieder zu tun, ist der Schlüssel. 

Wenn du viele Muskeln bekommen willst, dann stemmst du Gewichte, und zwar immer wieder.

Wenn du glücklicher sein willst, übe Dankbarkeit, immer wieder.

Wenn du dich mit deinen Gefühlen wohler fühlen willst, dann setze dich mit ihnen auseinander, immer wieder aufs neue.

Wiederholung baut Gedanken Autobahnen auf

Wiederholung funktioniert wegen einem faszinierenden neurowissenschaftlich erklärbaren Phänomen: Wenn unser Gehirn immer wieder die gleichen Dinge tut, entwickeln die neuronalen Verbindungen zwischen den beteiligten Hirnregionen eine Art Isolierung, Myelin genannt, um sie herum. Man kann sich das wie eine Art Gummi um ein elektrisches Kabel vorstellen, das den Signalen ermöglicht, leichter und mit weniger Widerstand und Störungen auf ihrem Weg zu passieren. Im Wesentlichen gilt: Je öfter du etwas tust, desto weniger Widerstand gibt es im Gehirn gegen diese Art von Gedanken in der Zukunft, und desto natürlicher fällt es dir dieses Verhalten zu integrieren.

WIDERSTAND REDUZIEREN

Das Geheimnis, Routinen zu schaffen, die für dich funktionieren und die du konsistent behalten kannst, liegt im endeffekt darin, den Widerstand zu reduzieren. Damit es wirklich funktioniert, muss eine Routine ohne Nachdenken ablaufen, genau wie das Zähneputzen. Hier sind unsere besten Tipps, wie du an deinen Routinen dran bleibst:

  • Fange wirklich klein an – eine winziger Schritt ist besser als gar keiner. Es wird Momentum und ein Gefühl von Stolz erzeugen.
  • Verknüpfe die Aktion mit etwas, das du bereits routinemäßig etwa zur gleichen Zeit tust. Affirmationen beim Zähneputzen, Journaling zum Kaffee, Dankbarkeit am Bahnhof usw.
  • Schreibe eine „To Be“-Liste – Was für eine Person willst du sein? Was würde diese Person in ihre Routine einbauen? Nehme diese Dinge in deine Routine auf und tu einfach mal so, als ob du es schaffen würdest.
  • Feiere kleine Erfolge – Du hast heute deine Dankbarkeitsübung gemacht? Gib dir doch selbst einen Klaps auf die Schulter. Es macht es wahrscheinlicher, dass du es morgen wieder tust, wenn du dir selbst etwas Dankbarkeit zeigst.
  • Hab Spaß dabei. Die meisten von uns sind innerlich wie Kinder, und wie mein Cousin, ein Schulpsychologe, mir mal gesagt hat (viel zu spät in der Schule): „Kinder werden nicht durch Konsequenzen motiviert, sie werden durch Spaß motiviert“. Wenn es Spaß macht, werden wir es öfter tun.

Um dir die Mühen zu ersparen, sich alle Zutaten für deine eigene Routine auszudenken, haben wir 16 voll funktionsfähige Routinen entwickelt, die alles von Dankbarkeit über Achtsamkeit bis hin zu Produktivität abdecken. Du findest sie im brandneuen Abschnitt ROUTINEN in der App. 

Wir glauben fest daran, dass sie wirken, sodass wir beschlossen haben, alle Routinen kostenlos zu machen, für jeden, für immer! Wählen einfach eine aus, oder probiere sie alle, es liegt an dir. Schließlich ist es auch deine Routine.


Weitere Übungen zum Thema Positive Psychologie oder Achtsamkeit findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen


happiness at work

Happiness bei der Arbeit – Wie Achtsamkeit helfen kann

Wie kann Achtsamkeit und mentales Training dabei helfen, glücklicher und zugleich erfolgreicher im Job zu sein

Von André Genwa Daiyû Steiner

André Genwa Daiyû Steiner

«Man ist nicht dann zufrieden, wenn man das macht, was einen zufrieden macht, sondern man ist glücklich, wen man mit Zufriedenheit das macht, was man gerade macht.« – André Genwa Daiyû Steiner (im Bild zu sehen)

Achtsamkeit zu praktizieren ist einfach, aber nicht leicht. Wir besinnen uns dabei radikal auf den aktuellen Moment, vollkommen. Achtsamkeit ist erlernbar, wie ein Muskel, der trainiert wird – Ausdauer und Kontinuität sind allerdings erforderlich. In einer Zeit der schnellen, mühelosen Befriedigung – jede gewünschte Information ist im Internet verfügbar, der Appetit nach dem Lieblingsessen per 24h Lieferdienst immerzu zu stillen, Muskeln elektrisch ohne aktive Anstrengung zu definieren – mag eine Praxis, die Vertiefung braucht wenig attraktiv erscheinen. Jeden Tag ein bisschen wirkt dabei wie beim Sport nachhaltiger als einmal viel. Achtsamkeit folgt der Grundhaltung: »Es gibt keine wichtigere Tätigkeit als die jetzige«. Achtsam sein heißt nicht, wie wir es sonst meist tun, schon zu einem anderen Moment zu eilen, der vermeintlich besser ist! Es bedeutet, zum Leben im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren: »Wenn ich sitze, sitze ich, wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich.« (Zen-Meister Nansen).

Ein Aspekt von Achtsamkeit kann darin bestehen, sich bewusst den Sinnen oder dem eigenen Körper zuzuwenden. Wir verlangen unserem Körper ab, zu funktionieren, Tag für Tag, verpassen dabei allerdings meist uns wirklich wahrzunehmen, bis es schmerzt. Alles, was wir aufnehmen an Reizen, an Nahrung will verarbeitet werden. Alles, was wir tun, unsere Haltung, Bewegung, Anspannung, hinterlässt Spuren. Alles, was wir fühlen, zeichnet sich auf körperlich ab. Der Körper hat seine eigene Art des Wissens. Ein Wissen, das wenig mit Logik zu tun hat und viel mit Wahrheit, wenig mit Kontrolle und viel mit Akzeptanz. Die Übung der Achtsamkeit kann uns aus dem Kerker der Perfektion befreien und in die zarte Schönheit unseres unvollkommenen und zugleich doch so wunderbaren menschlichen Körpers entlassen.

Es geht also um aufmerksames Handeln. Dabei werden uns alle täglichen Gewohnheiten bewusst – wir erleben sie bewusst und präsent und zwar in jeder Handlung, in jeder Bewegung, in allen Gesprächen und Reden. Ein bekannter Zen-Spruch bringt es wunderbar auf den Punkt: »Mache jeden Augenblick zum besten deines Lebens.« Das ist der Weg zum Erfolg und führt zu einem Grundgefühl von Glück und Leichtigkeit.

Was ist der Nutzen von Achtsamkeit im Business-Kontext?

mindfulness in the work place

Der Nutzen von Achtsamkeit wird seit mehreren Jahren wissenschaftlich untersucht und dabei wurden vielseitige Vorteile einer regelmäßigen Achtsamkeitspraxis im Business-Kontext deutlich:

  1. Verbessertes Gedächtnis: So sind die wichtigen Infos immer parat.
  2. Gesteigerte Konzentration und Aufmerksamkeit: Erfolgreichere Meetings und und produktive Arbeitszeit.
  3. Bessere Entscheidungsfähigkeit: Achtsamkeit gibt dir Klarheit, die den Mut gibt die richtigen Entscheidungen zu treffen.
  4. Verbesserung des Selbstvertrauens: Wenn wir uns keine Sorgen darüber machen, wie die Welt uns sieht, sind wir frei, mutig zu handeln.
  5. Mehr Gelassenheit: Achtsamkeit gibt Raum, gelassener zu reagieren und fördert so Beziehungen und Vertrauen.

4 Tipps gegen akute Selbstzweifel und Unruhe bei der Arbeit?

Die Unruhe im Gehirn erkennen

Wenn Erwartungen und die tatsächlichen Gegebenheiten nicht übereinstimmen, entstehen in unserem Gehirn Unruhe und als Ausprägung Angstzustände und Selbstzweifel. Alle lebenden Systeme sind bemüht, Ruhe – im Fachjargon Kohärenz genannt – herzustellen, bei dem möglichst alles, was an Interaktionen läuft, zusammenpasst. Und wenn es uns nicht gelingt, Kohärenz herzustellen, werden die tieferen Schichten des Gehirns aktiviert. Dies hat dann zur Folge, dass wir in den Kampf- oder Fluchtmodus gehen. Typische Verhaltensmuster sind dann auf der einen Seite Wut, Aggression oder Ärger und auf der anderen Seite Rückzug, Traurigkeit, depressive Verstimmung – und wenn beide Modi nicht mehr funktionieren, dann gehen wir in eine Schockstarre.

Angstzustände und Selbstzweifel können selbst in den besten Zeiten schwer zu bekämpfen sein. Aber da sich die Welt ständig verändert und jeden Tag neue Probleme auftauchen, ist es noch schwieriger, Momente der Ruhe zu finden.

Übungen zur Bewältigung von Ängsten und Selbstzweifel

Hier die wirksamsten, Atem- und Entspannungsübungen für Angst und Selbstzweifel zusammengestellt. 

Die Manipulation der Atmung für vorteilhaften Zwecke ist eine kleine Veränderung, die große Wirkung haben kann. Außerdem kann man sie jederzeit und an jedem Ort durchführen (z. B. wenn man spürt, dass eine Panikattacke im Büro oder während eines Familienessens aufkommt).

1) Box-Atmung

Die Boxatmung ist eine wirkungsvolle Entspannungstechnik. Die Idee ist, dass du dir eine Box (mit vier gleichen Seiten, wie ein Quadrat) vorstellst, während du die Atemübung machst.

  • Atme durch die Nase ein und zähl dabei bis 4.
  • Halte den Atem für 4 Sekunden an.
  • Atme 4 Zählzeiten lang durch den Mund aus.
  • Halte den Atem für weitere 4 Zählzeiten an.
  • Wiederhole diese Übung dann. Versuch so lange weiterzumachen, bis du spürst, wie sich dein Herzschlag und dein Geist zu verlangsamen beginnt.

2) Tiefes Bauchatmen

Wenn du auf der Suche nach einer besonders meditativen Atemtechnik bist, ist diese Übung großartig, weil sie eine sorgfältige Konzentration erfordert.

  • Atme ein und konzentriere dich darauf, den Bauch zu füllen, dann die Lunge, dann die Brust.
  • Halte den Atem an der Spitze an.
  • Atme in umgekehrter Reihenfolge aus: aus der Brust, den Lungen, dann aus dem Bauch.
  • Du kannst dies so oft wiederholen, wie es sich gut anfühlt.

3) Body-Scan

Die Durchführung eines Body-Scans oder einer progressiven Muskelentspannung kann hilfreich sein, wenn du dich tagsüber sehr angespannt fühlst oder wenn du dich zu unruhig zum Schlafen fühlst.

Lege dich für diese Übung auf den Rücken und strecke Beine und Arme in einer bequemen Position aus. Richte deine ganze Aufmerksamkeit auf deinen Körperteile, einen nach dem anderen, beginnend bei deinen Füßen.

Du kannst entweder einen Scan aller Empfindungen oder Emotionen durchführen, die mit deinem Körper verbunden sind, oder einfach jeden Teil entspannen, wenn du zu ihm kommst.

4) Tagebuch schreiben – Journaling

Hier schreibst du sozusagen deinem inneren Du mit Sorgen, Wünsche und Hoffnungen und beginnst so einen Dialog, indem du der Schreiber und gleichzeitig auch der Leser bist. In der Mindshine App findest du viele Journaling Anleitungen, die dir helfen Inspiration und die richtigen Fragen zu finden. Jedoch kannst du auch “frei” drauflos schreiben.

Um frei zu schreiben, stelle dir einen Timer auf deinem Handy ein. Versuche, mit 5 Minuten zu beginnen, aber pass es ruhig an, bis du die richtige Zeitspanne für dich gefunden hast.

Während dieser Zeit kannst du alles schreiben, was dir in den Sinn kommt. Wenn der Timer abläuft, leg den Stift weg und lass das Schreiben für eine Weile ruhen.

Du kannst später darauf zurückkommen, wenn du möchtest, und es lesen und deine Gedanken und Gefühle durchgehen.

Weitere Übungen zum Thema Positive Psychologie oder Achtsamkeit findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen

Über den Autor:

André Genwa Daiyû Steiner ist ZEN-Lehrer und Sensei, gleichzeitig auch Keynote Speaker, Management Trainer, Buchautor, Experte in den Bereichen Achtsamkeit, Meditation, Geistestraining, Atem. 

Seit 30 Jahren praktiziert er unter der Anleitung von japanischen Zen-Meistern den Zen-Weg. Er leitet eine eigene Zen-Schule und mehrere Zendos in Deutschland, Schweiz und Österreich. Das Erfahren des gegenwärtigen Augenblicks mit allen Sinnen führt zur Leichtigkeit und Gelassenheit – das ist was ihn antreibt!


relationship problems during covid

Sabotiert Covid auch deine Beziehung?

Da wir dank dem Coronavirus derzeit sehr viel Zeit zu Hause verbringen, konnten viele von uns einen tiefen und genauen Blick auf die eigene Beziehung werfen. Wir haben uns mit Pam Custers, einer erfahrenen Beziehungsexpertin, zusammengetan. Sie gründete The Relationship Practice und bietet eine Online-Therapie an, um Beziehungen zu unterstützen und wieder aufblühen zu lassen.

Sabotiert Covid auch deine Beziehung?

Pam Custer

Unsere Kontakte zu Freunde und Familie wurden zurückgeschraubt – der Alltag hat sich verändert. Das Grundgerüst, auf das Beziehungen normalerweise aufbauen, ist einfach mit einem Schlag nicht mehr gegeben. Unser Partner musste zu unserem Fitness Buddy, Vertrauter, erweiterte Familie, bester Freund, Arbeitskollege und ein ständiger Begleiter werden.

Nur selten kommen neue, frische Impulse von außen dazu. Es gibt einfach nichts Neues. Die eine Sache, die wir in der The Relationship Practice immer wieder hören, ist, dass wir uns ständig streiten. Wie können wir damit aufhören?Die Wahrheit ist, dass es in allen Beziehungen Meinungsverschiedenheiten gibt. Streit ist nicht unbedingt ein Zeichen für eine ungesunde Beziehung. Selbst in den erfolgreichsten Beziehungen gibt es Streit. Wenn wir nicht in einer Beziehung mit unserem eigenen Klon sind, werden wir wahrscheinlich immer Unstimmigkeiten haben.

Ehrlich gesagt ist es nicht überraschend, dass wir uns streiten, und in Wahrheit sind es nicht die Streitigkeiten, die eine Beziehung kaputt machen, sondern wie wir damit umgehen. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, welche Auswirkungen die Ängste haben, in denen wir leben. Die Angst um die Gesundheit hat unser Toleranzfenster schrumpfen lassen, und unserer Verstand ist evolutionsbedingt auf Kampf und Flucht getrimmt. Deshalb neigen wir dazu, alles aufzuschnappen, was wir als bedrohlich empfinden, und das schließt auch Probleme in unserer Beziehung ein. Daher kann es sein, dass wir unserem Partner gegenüber eher reizbar sind.

Hier sind 7 Schritte, um deine Beziehung auch in diesen Zeiten zu stärken.

1) Akzeptiere, dass Meinungsverschiedenheiten unvermeidbar sind.

2) Übernehmt die Steuerung und Verantwortung und beschließt, die Beziehung wieder neu zu balancieren. Veränderungen in der Umgebung erfordern Veränderungen in der Beziehung. (Probiere die Mindshine-Übung “Erinnere dich an das Positive”).

3) Habt auch mal “Wir”-Gespräche. Z.B. “Wir haben mit X zu kämpfen, wie sollen wir das schaffen?” funktioniert besser als “Du machst X, und das ist ein Problem”.

4) Konzentriere dich auf Lösungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass lösungsorientierte Diskussionen Harmonie schaffen.

5) Gebt euch gegenseitig Freiraum. Geht auch mal getrennt spazieren oder führt ein Gespräch getrennt, das bringt frischen Wind in eine Beziehung. (Probiere auch die Mindshine-Übung „Achtsamer Spaziergang” aus).

6) Startet und beendet den Tag positiv. Fünf Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit am Anfang und am Ende ermöglichen es einem Paar, sich wieder verbundener zu fühlen.

7) Erlaubt auch Unterstützung. Ein wertfreies Gespräch mit einem Berater kann helfen, eine Beziehung zu retten.

Weitere Übungen zum Thema Positive Psychologie oder Achtsamkeit findest du in der Mindshine App (iOS or Android). Mit deinem persönlichen Happiness Coach, kann jeder Tag ein kleines bisschen besser werden. Geh raus in die Welt und sei liebevoller zu dir und zu anderen. Versprochen, es wird auch dich so richtig erfüllen.